Altersbestimmung der Kapelle

Neues zur Datierung der Belsener Kapelle


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(Fotos: Gruber)
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Tympanon über dem Westportal (Haupteingang)                            Tympanon über dem Südportal



Eine dentrochronologische Untersuchung (vorgestellt im Februar 2012)


die der Bauforscher und Mittelalterarchäologe

Tilman Marstaller M.A.

an Hölzern, die in Gerüstlöchern der Kapelle entdeckt wurden durchführte, ergab neue Zahlen: Das älteste gefundenen Holz ist demnach im Sommer des Jahres 1140 gefällt worden, d.h. die Vollendung der Kapelle erfolgte mit großer Wahrscheinlichkeit in den

Jahren 1140 bis 1143.


Ein weiteres Indiz für diese Jahreszahl ist der Schachbrettfries im Inneren der Kapelle, der in ähnlicher Form in der Bebenhausener Klosterkirche und der Jakobuskirche in Tübingen zu finden ist. Beide Kirchen sind nachweislich um 1150 entstanden.
Die Dacherhöhung der Belsener Kapelle (deutlich am Westgiebel zu erkennen) erfolgte dann im Jahre 1391 - die Hölzer, die dabei verwendet wurden, weisen das Fälldatum 1390/91 auf. Der etwas merkwürdige Chor der Kirche ist 1498/99 angebaut worden. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde um das Jahr 1650 das Dachwerk der Kapelle neu gebaut und 1670/71  das heutige Türmchen (Vorchordachreiter) aufgesetzt.

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Figur über dem Tympanon Westportal (Haupteingang)
und Figuren darüber, über dem Tympanon des Haupteingangs.
Tele-Aufnahme der Figur im Westgiebel



Spuren einer noch älteren Vorgängerkirche



1898 wurde ein neues Gestühl in der Kirche eingebaut. Bei den damaligen Probegrabungen stieß Pfarrer Dunker auf Spuren einer Vorgängerkirche. Im Jahre 1960 wurden dann im Zuge von Instandsetzungsarbeiten die Fundamente der Vorgängerkirche freigelegt. Sie können heute während der Öffnungszeiten der Kirche besichtigt werden.

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Grundriss der Belsener Kirche mit Einzeichnung der Fundamente des früheren Kirchenbaus